Sauber eingebettet mit spektralem Ducking

Oktober 4, 2021 | Tutorial

Wenn Einzelspuren um die gleichen Frequenzbereiche im Mix kämpfen, hilft das spektrale Sidechain Ducking von smart:comp dabei, Platz zu schaffen und die Tracks sauber in den Mix einzubetten. In diesem Artikel zeigen wir dir drei Einsatzbereiche des Ducking Features von smart:comp – von klassisch bis kreativ.

Jeder kennt das Problem: ab einem bestimmten Punkt wird es in einem dichten Arrangement sehr schwierig, einzelne Spuren hervorzuheben. Einfach die Lautstärke dieser Spuren zu verändern, um eine Balance zu finden, funktioniert nicht immer. Das spektrale Sidechain Ducking von smart:comp schafft frequenz-selektiv Platz schaffen  – die KI-gestützte Funktion komprimiert einen Track nämlich ausschließlich in jenen Frequenzbereichen, in denen ein anderer Track seinen Platz braucht.

Damit du folgende Audiobeispiele in voller Qualität hören kannst, empfehlen wir dir Monitore oder hochwertige Kopfhörer zu verwenden.

Schritt-für-Schritt Anleitung

Spektrales Sidechain Ducking im Einsatz

Schritt 1: In den Sidechain Ducking Modus wechseln

Lade eine Instanz von smart:comp auf jene Spur, die geduckt werden soll (also jene Spur, die Platz macht). Du findest die Umschaltmöglichkeit in den Sidechain Ducking Modus unter der Darstellung der spektralen Kompression. Mit einem Wechsel verändert sich die Farbe der Bedienungselemente und das Sidechain Signal wird in Türkis dargestellt.

Schritt 2: Platziere smart:comp auf eine Spur und route ein Sidechain Signal

Wähle das entsprechende Steuersignal (also jene Spur die Platz braucht) als Sidechain Input für das Plug-in.

Schritt 3: Starte das Lernen und passe die Parameter nach Belieben an

Nach dem Drücken der Aufnahmetaste findet smart:comp innerhalb weniger Sekunden die passenden Einstellungen, um für das Sidechain Signal Platz zu machen und es perfekt in den Mix einzubetten. Das Ausmaß des spektralen Duckings kann anschließend über die Sensitivity gesteuert werden. Natürlich können auch die anderen Parameter nach Belieben verändert werden, wobei insbesondere der Threshold Level entscheidend für die Intensität des Effekts ist.

Anwendungsbeispiele

1. Mehr Raum für die Kick

Ohne Einbetten der Kick ….

sonible · smart:comp_kick/bass_without_spectral-ducking

… mit Platz für die Kick

sonible · Smartcomp_kick/bass_with_spectral-ducking

Wenn Kick und Bass im Mix um den gleichen Frequenzbereich rangeln, zieht meist die Kick den Kürzeren: Ihr Klang wird undefiniert und es kommt teilweise auch zu Phasenauslöschungen. Durch den Einsatz von Spectral Ducking werden genau jene Frequenzen des Bass Signals geduckt, die sich mit der Kick (Sidechain Signal) überschneiden. Dadurch sitzt die Kick klar im Mix, ohne dass der Bass zu stark pumpt.

2. Transparenter Hall für Gesang

Ohne den Hall zu ducken …

sonible · smart:comp_vocal-reverb_without_spectral-ducking

… und mit spektralem Sidechain Ducking

sonible · smart:comp_vocal-reverb_with_spectral-ducking

Wenn man sich bei einer Gesangspur für einen vollen Hall mit langer Nachhallzeit entscheidet, besteht häufig das Problem, dass der Gesang nicht mehr klar im Mix sitzt. Wenn jedoch eine Instanz von smart:comp auf die Hallspur gelegt wird und die Vocals als Sidechain-Signal ausgewählt werden, kann durch Spectral Ducking ein transparenter Mix erzielt werden.

Durch diesen einfachen Trick wird der Gesang klarer, da der Nachhall an den Stellen, wo es zu Kollisionen kommt, frequenz-selektiv geduckt wird. Der Hall kommt – anders als bei normalem bzw. breitbandigem Ducking – in den Höhen dauerhaft durch und somit entsteht ein besonders volles Klangbild. Mit der Threshold und dem Spectral Ducking Regler kann die Intensität dieses Effekts eingestellt werden.

 

3. Gesang im Rampenlicht

Mix ohne Ducking für den Gesang …

sonible · smart:comp_vocals-mix_without_spectral-ducking

… alle Tracks machen Platz für den Gesang

sonible · smart:comp_vocals-mix_with_spectral-ducking

Oft reicht eine höhere Lautstärke alleine nicht aus, um Vocals in einem Mix elegant in den Vordergrund zu rücken. Mit Spectral Ducking kann man in einem dichten Arrangement sehr einfach Platz für den Gesang schaffen und diesen so gezielt hervorheben.

Zuerst werden alle Spuren außer den Vocals in einer Subgruppe zusammengeführt. Danach lädt man eine Instanz von smart:comp auf diese Subgruppe und wählt die Gesangsspur als Sidechain Signal aus. Somit machen alle Spuren genau in den Frequenzbereichen Platz, in denen die Vocals besonders wichtig sind. Bereits vorsichtig gewählte Einstellungen können wahre Wunder wirken, ohne dass es zu einem Pumpen des Signals kommt.